Funktionsfolien · Sicherheit

Splitter­schutz­folien: Personenschutz an bestehendem Glas.

Splitterschutzfolien halten Glasscherben bei Bruch im Verbund, statt sie in den Raum fallen zu lassen. Nachgerüstet auf der bestehenden Scheibe, ohne Glastausch. Für Schulen, Sporthallen, Kliniken und Gewerbeobjekte.

Glasfront einer öffentlichen Einrichtung, sicher und ruhig

Ohne Baustelle.

Montage bei laufendem Betrieb. Keine Mieterauszüge.

Ohne Abriss.

Bestandssubstanz bleibt. Kein Entsorgungsvolumen.

Ohne Betriebsunterbrechung.

Nachts, am Wochenende, in Etappen — wie es Ihr Betrieb zulässt.

Glasbruch abfangen

Wenn Glas bricht, entscheidet Sekundenbruchteile später die Folie.

Eine gebrochene Scheibe ohne Folie entlässt ihre Scherben in den Raum. Mit vollflächig verklebter Splitterschutzfolie bleibt der Scherbenverbund an der Folie haften: Es entstehen zahlreiche Risse, aber keine Öffnung, durch die ein Körper stürzen oder Scherben fallen könnten. Genau dieses Verhalten beschreibt DIN EN 12600 als Bruchart B.

Scherbenbindung statt Scherbenschauer

Die Folie nimmt die Bruchenergie auf und hält die Fragmente in der Fläche. Der wesentliche Unterschied zu ungeschütztem Float- oder Einscheibensicherheitsglas.

Nachrüstbar ohne Glastausch

Vollflächig auf die bestehende Scheibe verklebt. Keine Rahmenarbeiten, kein Ausbau, kein Gerüst — in belegten Objekten etagenweise oder außerhalb der Nutzungszeiten.

Optisch zurückhaltend

Die von uns eingesetzten Sicherheitsfolien lassen 85 bis 88 % des sichtbaren Lichts durch (3M-Produktdaten) und filtern 99 % der UV-Strahlung. Aus Nahdistanz ist die Folie meist nur bei Gegenlicht erkennbar.

Für sicherheitsrelevante Bereiche

Schulen, Kitas, Sporthallen, Kliniken, Bahnhöfe, Justizbauten und öffentliche Verwaltungen — überall dort, wo Glas und Personenverkehr aufeinandertreffen.

DIN EN 12600

Was die Norm prüft — und was sie ausdrücklich nicht regelt.

DIN EN 12600 ist die zentrale Norm für das Stoß- und Bruchverhalten von Flachglas. Sie wird häufig zitiert und ebenso häufig missverstanden. Der wichtigste Satz steht gleich im Anwendungsbereich: Die Norm legt weder Anwendungs- noch Dauerhaftigkeitsanforderungen fest. Sie klassifiziert — sie schreibt nicht vor, wo welche Klasse zu verbauen ist.

Der Prüfaufbau

Ein Doppelreifen-Stoßkörper von 50 kg pendelt gegen eine eingespannte Scheibe. Geprüft wird aus drei Fallhöhen: 190 mm, 450 mm und 1.200 mm. Die Prüfung beginnt bei der kleinsten Höhe und wird gesteigert, bis die geforderte Klasse nachgewiesen ist.

Die Fallhöhenklassen

Klasse 3 entspricht 190 mm, Klasse 2 entspricht 450 mm, Klasse 1 entspricht 1.200 mm. Die kleinere Zahl steht für die höhere Anforderung — Klasse 1 ist die anspruchsvollste, nicht die niedrigste.

Die Brucharten

A steht für Bruch in große, scharfkantige Stücke (typisch Floatglas). B steht für zahlreiche Risse ohne Öffnung im Prüfkörper — der Scherbenverbund bleibt bestehen. C steht für Zerfall in kleine, stumpfe Krümel (typisch ESG).

In der Praxis begegnet Ihnen die Kurzschreibweise 1B1, 2B2 oder 3B3. Die mittlere Angabe ist dabei die aussagekräftigste: Ein B bedeutet, dass die Scheibe im Bruchfall zusammenhält. Genau dieses Verhalten erzeugt eine vollflächig verklebte Splitterschutzfolie an einer Scheibe, die ohne sie in Bruchart A versagen würde.

Entscheidend und häufig übersehen: Eine Klasse nach DIN EN 12600 gilt immer für das geprüfte System, nicht für die Folie allein. Geprüft wird eine konkrete Kombination aus Glasaufbau, Folientyp, Folienstärke und Montageart. Dieselbe Folie erreicht auf 4-mm-Float ein anderes Ergebnis als auf 8-mm-ESG, und frei verklebt ein anderes als im rahmenverklebten Verbund. Wer Ihnen eine Klasse für ein Folienprodukt nennt, ohne nach Ihrem Glas zu fragen, hat die Norm nicht gelesen.

Normen einordnen

Vier Normen, vier verschiedene Fragen.

Im Gespräch mit Planern und Sachverständigen werden EN 12600, EN 356, EN 15755-1 und DIN 18008 regelmäßig vermischt. Sie beantworten unterschiedliche Fragen — und nur zwei davon betreffen den Personenschutz.

DIN EN 12600 — Wie verhält sich das Glas beim Anprall eines Körpers?

Pendelschlagversuch, Klassifizierung nach Fallhöhe und Bruchart. Die Norm für Personenschutz. Sie beschreibt das Verhalten, macht aber keine Vorgabe, wo welche Klasse einzusetzen ist.

DIN EN 356 — Wie lange widersteht das Glas einem gezielten Angriff?

Kugelfall- und Axtschlagprüfung, Klassen P1A bis P5A und P6B bis P8B. Die Norm für Einbruch- und Durchbruchschutz, nicht für Personenschutz. Welche Klasse zu welchem Objekt gehört, führt unser Ratgeber zu den EN-356-Schutzklassen aus.

DIN EN 15755-1 — Was ist Glas mit selbstklebender Polymerfolie?

Die Produktnorm für genau das, was wir montieren: Begriffe und Anforderungen an Glas mit aufgebrachter Polymerfolie, ergänzt um EN 15752-1 für die Folie selbst. Sie ist die Grundlage, auf der sich eine nachgerüstete Verglasung überhaupt sauber beschreiben lässt.

DIN 18008 — Was fordert das Bauordnungsrecht für mein Bauteil?

Die Bemessungs- und Konstruktionsnorm für Glas im Bauwesen. Hier steht, welche Schutzziele ein Bauteil erfüllen muss — Überkopfverglasung, absturzsichernde Verglasung, betretbare Verglasung. Erst DIN 18008 verknüpft die Anforderung mit dem Objekt.
Ehrliche Grenze

Wo Folie die Lösung ist — und wo nicht.

Splitterbindende Folien sind als konstruktive Schutzmaßnahme anerkannt; ihre Wirksamkeit und Dauerhaftigkeit sind nachzuweisen. Das ist eine belastbare Grundlage — aber kein Freibrief für jeden Anwendungsfall.

Hier trägt die Folie

Splitterbindung an Vertikalverglasungen in Verkehrs- und Aufenthaltsbereichen: Ganzglastüren und -trennwände, Fensterflächen in Schulen und Sporthallen, Glas in Fluren und Treppenhäusern. Der klassische Nachrüstfall.

Hier wird es eine Planungsfrage

Bei absturzsichernden und Überkopfverglasungen nach DIN 18008 geht es um mehr als Splitterbindung — dort steht die Resttragfähigkeit des Bauteils zur Debatte. Ob eine nachgerüstete Folie hier anrechenbar ist, entscheidet sich am Einzelfall und gegebenenfalls über eine Zustimmung im Einzelfall.

Was die Folie nicht kann

Sie verhindert den Bruch nicht, sie ersetzt keine statisch erforderliche Verglasung und sie kompensiert keinen schadhaften Rahmen. Wenn das Bauteil das Problem ist, ist die Folie nicht die Lösung — das sagen wir Ihnen im Vor-Ort-Termin auch dann, wenn es gegen unseren Auftrag spricht.

Wie wir das absichern

Wir dokumentieren Glasaufbau, Folientyp, Folienstärke und Montageart je Bauteil und übergeben die Herstellerunterlagen zur Abnahme. Was für Ihr Objekt darüber hinaus nachzuweisen ist, klären wir vorab mit Ihrem Planer oder Prüfsachverständigen — nicht nachträglich.

Materialsysteme

Drei Folienstärken, drei Einsatzbereiche.

Wir arbeiten im Personenschutz mit der 3M-Safety-Serie. Die Auswahl richtet sich nach Glasaufbau, Montageseite und dem geforderten Schutzziel — nicht nach Katalogseite.

3M Safety S40 (100 µm): Innenmontage, Standardfall

Transparente Polyesterfolie mit kratzfester Oberfläche, für die Applikation auf der Glasinnenseite. Lichtdurchlass 87 %, UV-Block 99 %. Nach Herstellerangabe in Anlehnung an EN 12600 geprüft und klassifiziert. Unser Regelfall für Ganzglastüren, Trennwände und Fensterflächen im Innenraum.

3M Safety S70 Exterior (175 µm): Außenmontage

Witterungsbeständige Ausführung für die Applikation auf der Glasaußenseite — überall dort, wo der Glasaufbau eine Innenfolie limitiert. Lichtdurchlass 88 %, UV-Block 99,9 %, Servicetemperatur −40 °C bis +70 °C. Nach Herstellerangabe in Anlehnung an EN 12600 geprüft und klassifiziert.

3M Safety S140 (350 µm): wenn Angriffschutz dazukommt

Die stärkste Ausführung der Serie, Lichtdurchlass 85 %. Sie ist nach Herstellerangabe in Anlehnung an EN 356 und nach GSA-Standard geprüft — also auf Widerstand gegen manuellen Angriff, nicht primär auf den Pendelschlag. Sinnvoll, wenn Personenschutz und Einbruchhemmung in einem Bauteil zusammenkommen.

Die konkrete Klassifizierung entsteht immer aus der Kombination von Glas und Folie. Wir nehmen den Glasaufbau im Vor-Ort-Termin auf, legen das Material danach aus und dokumentieren die Zuordnung je Bauteil. Soll dieselbe Scheibe zusätzlich einem Aufbruchversuch standhalten, kombinieren wir Splitter- mit Einbruchschutz; welche Widerstandsklasse zu welchem Objekt gehört, führt der Ratgeber EN 356: Schutzklassen und Objektwahl aus.

Wo Splitterschutz zählt

Die Objekte, in denen wir am häufigsten arbeiten.

Der Bedarf entsteht selten aus einem Schaden, sondern aus einer Begehung: Ein Prüfsachverständiger, eine Unfallkasse oder der Brandschutzbeauftragte notiert ungeschütztes Glas im Verkehrsbereich. Ab da läuft eine Frist.

Bildung & Betreuung

Schulen, Kitas und Sporthallen: Glasbruch im Bewegungsumfeld ist das Hauptrisiko. Häufigster Auslöser ist die Begehung durch die Unfallkasse. Wir arbeiten in den Ferien oder am Wochenende, damit der Betrieb nicht ruht.

Gesundheit & Verwaltung

Kliniken, Praxen und Behörden mit Ganzglas-Trennwänden und -Türen: Schutz von Patienten, Personal und Besuchern vor Schnittverletzungen — bei laufendem Betrieb, staubfrei und ohne Ausweichflächen.

Verkehr & Öffentlichkeit

Bahnhöfe, Flughäfen und Versammlungsstätten mit hoher Personenfrequenz. Große zusammenhängende Glasflächen, enge Zeitfenster, oft Nachtarbeit. Genau das Format, für das unsere festen Teams aufgestellt sind.

Wir arbeiten bundesweit. Für Objekte außerhalb des Rhein-Main-Gebiets — Berlin, Hamburg, Ruhrgebiet, München — reisen unsere Teams an und arbeiten in zusammenhängenden Blöcken, statt die Maßnahme über Wochen zu strecken. Bei mehreren Standorten eines Portfolios stimmen wir Reihenfolge und Zeitfenster mit dem Facility Management ab. Gehört zur Maßnahme auch die Fassade, koordinieren wir das mit der Fassadenfolierung in einem Aufmaß.

Prozess

Vier Schritte, ein Ansprechpartner.

01

Anfrage & Ersteinschätzung

Sie schildern Ihr Vorhaben, idealerweise mit Fotos und der Anzahl betroffener Bauteile. Wir melden uns binnen 48 Stunden mit einer ersten Einschätzung inklusive grober Kostenspanne.

02

Aufnahme am Objekt

Gemeinsamer Termin. Wir erfassen Glasaufbau, Einbausituation und Nutzungskategorie je Bauteil — das ist die Grundlage jeder belastbaren Materialauswahl im Sicherheitsbereich.

03

Konzept & Festpreis

Sie erhalten die Materialzuordnung je Bauteil, die zugehörigen Herstellerunterlagen, einen Zeitplan und einen verbindlichen Festpreis, meist innerhalb von 10 Werktagen.

04

Montage im Betrieb

Unsere festen Teams arbeiten, wenn es zu Ihnen passt: nachts, am Wochenende, in den Ferien, in Etappen. Ohne Baulärm, ohne Schmutz, ohne Ausweichflächen.

Fragen

Was am häufigsten gefragt wird.

Was bedeutet DIN EN 12600 bei einer Splitterschutzfolie?

DIN EN 12600 beschreibt den Pendelschlagversuch: Ein 50-kg-Doppelreifen-Stoßkörper trifft aus 190 mm, 450 mm oder 1.200 mm Fallhöhe auf eine eingespannte Scheibe. Klassifiziert wird nach der bestandenen Fallhöhe und der Bruchart — A für große scharfkantige Stücke, B für zahlreiche Risse ohne Öffnung, C für kleine Krümel. Eine Splitterschutzfolie soll das Verhalten der Scheibe in Richtung Bruchart B verschieben. Wichtig: Die Klasse gilt für das geprüfte System aus Glas und Folie, nicht für die Folie als Produkt.

Was bedeuten 1B1, 2B2 und 3B3?

Die erste und letzte Ziffer beziehen sich auf die Fallhöhenklasse (1 = 1.200 mm, 2 = 450 mm, 3 = 190 mm), der Buchstabe in der Mitte auf die Bruchart. Die kleinere Zahl steht für die höhere Anforderung: 1B1 ist die anspruchsvollste dieser drei Angaben, nicht die niedrigste. In der Praxis ist das B der entscheidende Teil — es sagt, dass die Scheibe im Bruchfall zusammenhält.

Welche Klasse braucht mein Objekt?

Das legt nicht DIN EN 12600 fest — die Norm klassifiziert nur, sie schreibt nichts vor. Welches Schutzziel Ihr Bauteil erfüllen muss, ergibt sich aus DIN 18008 in Verbindung mit der Landesbauordnung, der Nutzungsart und gegebenenfalls den Vorgaben Ihrer Unfallkasse. Wir nehmen die Anforderung im Vor-Ort-Termin gemeinsam mit Ihrem Planer auf, statt Ihnen eine Klasse aus dem Katalog zu nennen.

Ersetzt eine Folie eine absturzsichernde Verglasung?

Nein, das wäre eine unzulässige Verkürzung. Splitterbindende Folien sind als konstruktive Schutzmaßnahme anerkannt, ihre Wirksamkeit und Dauerhaftigkeit sind nachzuweisen. Bei absturzsichernden und Überkopfverglasungen nach DIN 18008 geht es zusätzlich um die Resttragfähigkeit des Bauteils. Ob eine nachgerüstete Folie dort anrechenbar ist, entscheidet der Einzelfall und gegebenenfalls eine Zustimmung im Einzelfall. Wir klären das vor Auftragsvergabe mit Ihrem Prüfsachverständigen, nicht nach der Montage.

Was ist der Unterschied zur Einbruchschutzfolie?

Splitterschutz ist Personenschutz und wird über den Pendelschlagversuch nach DIN EN 12600 beschrieben: Die Scheibe bricht, die Scherben bleiben im Verbund. Einbruchschutz ist Durchbruchschutz und wird über DIN EN 356 beschrieben: Kugelfall und Axtschlag, Klassen P1A bis P8B. Das sind zwei verschiedene Prüfungen mit zwei verschiedenen Zielen. Stärkere Folien decken beides ab, aber nicht automatisch — das hängt an der konkreten Prüfung.

Muss die Folie in den Rahmen geklebt werden?

Nicht in jedem Fall. Frei verklebt liegt die Folie auf der sichtbaren Glasfläche und wirkt splitterbindend. Für höhere Anforderungen wird sie zusätzlich in den Rahmen eingebunden, damit die gebrochene Scheibe im Rahmen gehalten wird statt als Ganzes herauszufallen. Welche Ausführung Ihr Bauteil braucht, legen wir mit dem Schutzziel fest.

Wie lange hält die Wirkung?

Die Folie altert chemisch und verliert über die Jahre langsam an Elastizität. Für sicherheitsrelevante Anwendungen empfehlen wir eine Zustandsprüfung im Abstand von etwa zehn Jahren — bei Innenmontage sind Standzeiten von 15 Jahren und mehr üblich, außenmontierte Folien liegen darunter. Für Objekte mit vielen Bauteilen legen wir die Prüfintervalle in einer Wartungsvereinbarung fest.

Können Sie auch außerhalb des Rhein-Main-Gebiets arbeiten?

Ja, wir arbeiten bundesweit. Bei Objekten außerhalb der Region planen wir zusammenhängende Montageblöcke statt verteilter Einzeltermine — das hält die Reisekosten im Angebot klein und die Maßnahme kurz.
Nächster Schritt

Glas sichern,
ohne Glas zu tauschen.

Schicken Sie uns Fotos, die Anzahl der betroffenen Bauteile und die Nutzungskategorie. Sie erhalten die Materialzuordnung je Bauteil samt Herstellerunterlagen zur Abnahme.

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